Pinterest ist weit mehr als eine visuelle Pinnwand — es ist eine Suchmaschine für Inspiration, Produkte und Projekte, die Nutzerinnen aktiv nach Ideen, Anleitungen und Kaufempfehlungen durchsuchen. Technisch gesehen funktioniert Pinterest als Mischung aus sozialer Plattform, Entdeckungsmaschine und visuellem Suchindex: Nutzerinnen erstellen und speichern „Pins“ (Bilder, Videos oder Carousels) auf thematischen „Boards“, Pinterest analysiert Metadaten, Bildinhalte und Nutzerverhalten und zeigt passende Inhalte in Suchergebnissen, im Home-Feed und in thematischen Empfehlungen an. Dadurch entsteht eine langlebigere Sichtbarkeit als bei schnelllebigen Feeds anderer Netzwerke — Pins können über Monate oder Jahre Traffic bringen, wenn sie gut optimiert sind.
Was kann man konkret mit Pinterest machen?
Hauptsächlich: Ideen finden und speichern, Produkte entdecken und vergleichen, Traffic auf eigene Webseiten lenken und Verkäufe anstoßen. Für Privatnutzer*innen ist die Plattform ein Ort für Moodboards (z. B. Hochzeiten, Wohnungsdeko, Rezepte, Styling), DIY-Anleitungen und Produktrecherchen.
Für Unternehmen und Creator bietet Pinterest Funktionen wie Rich Pins (erweiterte Metadaten), Produkt-Pins mit Preis und Verfügbarkeit, Video-Pins, Shopping-Integrationen und Werbeformate, mit denen sich Sichtbarkeit und direkte Kaufaktionen steigern lassen. Besonders stark sind visuelle Kategorien wie Interior, Mode, Beauty, Rezepte, DIY und Hochzeitsplanung — Pinterest entwickelt zudem Tools für shoppable Inhalte und AR-Shopping-Erlebnisse, um den E-Commerce-Charakter der Plattform zu verstärken.
Konkrete Empfehlungen (kurz): Verwende vertikale Bilder (9:16), klare, keywordreiche Titel und Beschreibungen, setze Rich/Produkt-Pins ein, verlinke auf relevante Landingpages, nutze Text-Overlays für Kontext, pinne regelmäßig und repinne Evergreen-Content wiederholt. Analysiere Suchbegriffe auf Pinterest und synchronisiere sie mit deiner Website-SEO, um Synergien zu schaffen. SEO-Guides empfehlen außerdem, Pinterest-Pins in deine Content-Strategie einzubetten (z. B. optimierte Blog-Grafiken, How-To-Pins, Shop-Pins).
Wer nutzt Pinterest?
Global hat die Plattform inzwischen eine halbe Milliarde und mehr monatlich aktive Nutzer*innen; Pinterest selbst nennt eine stark wachsende Gen-Z-Basis und verzeichnet eine breite Altersabdeckung, wobei junge Erwachsene (18–34) zu den Kernzielgruppen zählen. In vielen Ländern — darunter Deutschland — ist Pinterest beliebt für Lifestyle- und Kaufinspiration: Deutschland gehört zu den Nationen mit hohen Nutzerzahlen in Europa. Marken, die visuell starke Produkte oder evergreen-Inhalte anbieten, treffen hier auf ein Publikum mit konkreter Entdeckungs- und Kaufabsicht.
Wie unterscheidet sich Pinterest von anderen Social-Media-Plattformen?
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Gegenüber Instagram und TikTok: Diese Plattformen sind sehr stark creator-getrieben, kurzformatig und trendgetrieben — sie erzeugen hohe, schnelle Reichweiten und virale Wellen. Pinterest dagegen ist such- und intentbasiert: Nutzer*innen kommen mit einem konkreten Ziel (z. B. „Skandinavische Wohnzimmerideen“, „Sommeroutfit 2026“) und nicht primär zum Entertainment. Das ergibt oft qualifizierteren Traffic und längere Lebenszyklen für Inhalte.
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Gegenüber Facebook: Facebook ist vielseitig für Community-Building, Gruppen und direkten Austausch; Pinterest ist hingegen auf Inspiration und Entdeckung optimiert — weniger soziales Networking, mehr visuelle Recherche.
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Gegenüber YouTube: YouTube bedient ausführliche, lehrreiche Videoformate; auf Pinterest funktionieren kurze How-To-Clips und Produktvideos, die eher als Einstiegs- oder Inspirationsmedium dienen. Insgesamt ergänzen sich die Plattformen — jede hat eigene Stärken je nach Ziel (Branding, Unterhaltung, Conversion).
Pinterest für SEO-Zwecke ungeeignet
Über Pinterest, das Allheilmittel aller Backlink- und SEO-Probleme wurde ja viel geschrieben und vor allem in der Anfangsphase wurde der Dienst von vielen gefeiert. Auch ich war der festen Überzeugung, dass mit Pinterest so manches SEO-Problem wenigstens im Ansatz gelöst sei. Pustekuchen! Heute bin ich anderer Meinung: Pinterest ist für SEO nicht geeignet. Ich will auch kurz erklären warum. Wie immer gilt: Es gibt Menschen die mehr Ahnung von dem Thema haben und für jeden sachdienlichen Hinweis, dass ich vielleicht doch falsch liege, bin ich in den Kommentaren dankbar!
Der Grund, für den Pinterest in der SEO-Szene einmal gefeiert wurde war der, dass es scheinbar unendlich viele follow-Links auf die Originalquelle gab: In jedem Pin waren zwei Links zu der Originalquelle vertreten, mit jedem Repin kamen dann nochmal zwei dazu und die Übersichtsseite zu einer Quelle gab nochmal einen Link. Damals immer „do“follow.
Links auf nofollow
Die Zeiten sind vorbei, Pinterest hat sich dem Druck Googles gefügt und die Links beinahe alle auf „nofollow“ umgestellt. Die Links in den einzelnen Pins sind nun komplett auf nofollow umgestellt, es gibt nur noch insgesamt einen dofollow-Link zu der Originalquelle: Der von der Quellen-Übersichtsseite.
Bekam man also vor einiger Zeit für einen Pin mit 5 Repins insgesamt 13 dofollow-Links (davon 12 Deeplinks), ist heute gerade einmal ein dofollow-Link auf die Startseite verblieben.
Auch nofollow-Links zählen
Nun könnte man argumentieren, dass auch nofollow-Links zu einem natürlichen Linkprofil dazugehören und daher doch noch irgendwie ein bisschen was wert sind und damit auch die Links der Pins nicht unterschätzt werden sollten. Mag stimmen, aber das Problem ist ein ganz anderes: Die meisten Pins, Repins und auch die Übersichtsseiten sind gar nicht im Google-Index.
Nicht im Google-Index vertreten
Ich wollte es genauer wissen und habe einmal überprüft, welche Pins und Repins überhaupt im Google-Index sind und habe den Test mit meinen Testpins (so wie ihr sie auf der Übersichtsseite, siehe Screenshot, sehr) gemacht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Meine 6 Pins haben insgesamt 14 Repins. Plus Übersichtsseite müssten also insgesamt 21 URLs im Google-Index sein, die für mich interessant sind. Tatsächlich ist aber nur eine dieser URLs überhaupt im Google-Index vertreten.
| Pin/Repin | Google Index? |
|---|---|
| Süßigkeiten | Nein |
| Repin 1 | Nein |
| Repin 2 | Nein |
| Repin 3 | Nein |
| iPhone 3G | Nein |
| Repin 1 | Nein |
| Repin 2 | Nein |
| Repin 3 | Nein |
| Surfer | Nein |
| Repin 1 | Nein |
| VW Bulli | Nein |
| Repin 1 | Nein |
| Liebespaar | Nein |
| MacBook Air | Ja |
| Repin 1 | Nein |
| Repin 2 | Nein |
| Repin 3 | Nein |
| Repin 4 | Nein |
| Repin 5 | Nein |
| Repin 6 | Nein |
| Übersichtsseite | Nein |
Interessanterweise ist allein die URL vertreten, die ich einmal in einem vergangenen Beitrag verlinkt habe.
Links für Links?
Bedeutet für mich: Ein Pin/Repin wird nur dann von Google wahrgenommen, wenn ich aktiv darauf hinweise. Das würde dann ja bedeuten, dass ich jeweils einen Link zu jedem Pin/Repin setzen müsste, damit Google den dann überhaupt wahrnimmt und in den Index aufnimmt. Ein Link für jeden Pin/Repin ist in meinen Augen aber ein ziemlich schlechter Deal, bedenkt man, dass dann doch jeweils nur ein nofollow-Link zurückkommt.
Sinnvoll erscheint dieser Schritt nur, wenn man die Übersichtsseite einer Quelle verlinkt, denn von der kommt aktuell ja noch ein dofollow-Link. Das habe ich in diesem Beitrag jetzt einmal getan und ich bin gespannt, wie lange es nun dauert, bis die Seite im Index auftaucht.
Es bleibt ja der Traffic
Wie viele Studien und Beiträge gab es schon dazu, dass Pinterest ja immerhin noch einer der derzeit größten Trafficlieferanten ist. Ja, mag sein. Auch ich spüre das. Aber Pascal Landau etwa hat auch dargelegt, dass man diesen Traffic erst einmal zu nutzen wissen muss.
In meinem Fall jedoch ist der von Pinterest generierte Traffic einer, den ich mir auch schenken könnte: Die Besuchsdauer liegt bei ungeschlagenen 2 Sekunden, pro Besuch schauen sich die Besucher nur eine Seite an, die Absprungrate liegt bei 100%. Bedenke ich, welche Arbeit es macht die Pins wirklich sinnvoll einzusetzen, dann schenke ich mir diese Arbeit lieber.
Ist Pinterest dennoch für SEO-Zwecke geeignet?
Definitiv — aber mit einer anderen Logik als klassische Google-SEO. Pinterest-SEO bedeutet, Pins, Boards und das Profil durch relevante Keywords, aussagekräftige Beschreibungen, strukturierte Metadaten (Rich Pins), optimierte Bilder und konsistente Pin-Strategien so zu gestalten, dass die Plattform-Suche und die Empfehlungs-Algorithmen die Inhalte finden und anzeigen. Gut optimierte Pins ranken in der Pinterest-Suche, erscheinen in thematischen Feeds und können sogar in Google-Bilder-Ergebnissen auftauchen — dadurch lässt sich langfristiger, organischer Traffic auf die eigene Website aufbauen. Praktisch wirkt Pinterest-SEO besonders gut für visuelle, saisonale und evergreen-fähige Inhalte (Rezepte, Anleitungen, Produktseiten, Lookbooks).
Begründung & Praxis: Warum funktioniert Pinterest-SEO? Erstens ist die Nutzerintention auf Pinterest oft konkreter („Planen“ vs. „Ablenken“), was die Conversion-Wahrscheinlichkeit erhöht. Zweitens interpretiert Pinterest Signale aus Text (Titel, Beschreibung), Bild-Inhalten (visuelle Sucherkennung) und Nutzerinteraktion, sodass eine Kombination aus Keyword-Optimierung und starken Visuals die Auffindbarkeit maximiert. Drittens sind Pins langlebig: Ein erfolgreicher Pin kann Monate bis Jahre relevant bleiben — ein wichtiger Unterschied zu einem Instagram-Post, der nach Stunden an Sichtbarkeit verliert. Studien und Marketing-Guides zeigen, dass Marken durch konsistente, keyword-optimierte Pins organisch Website-Traffic, Leads und Verkäufe erzielen können.
Fazit:
Für wen lohnt sich Pinterest? Für Marken und Publisher mit visuellem Content, für E-Commerce-Shops, Lifestyle-Publisher, DIY-Anbieter und alle, die langfristigen, suchbasierten Traffic aufbauen wollen. Pinterest ist ausgezeichnet für SEO-Zwecke — aber nicht als Ersatz für Google-SEO oder Community-getriebene Plattformen, sondern als sehr wirksame Ergänzung: Es liefert such-orientierte Reichweite mit hoher Conversion-Intention und langlebigen Inhalten. Wer Pinterest strategisch mit Keyword-Optimierung, starken Visuals und Shopping-Features kombiniert, kann nachhaltige Sichtbarkeit und messbaren Traffic erzielen.
Oder was meint ihr?
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