Ziele von Wirtschaftsunternehmen

3. November 2015 at 21:42

Ziele von Wirtschaftsunternehmen

Herzlich Willkommen zum Thema „Ziele von Wirtschaftsunternehmen“. In diesem Artikel lest ihr einen Vergleich von deutschen und niederländischen Wirtschaftsunternehmen um die Jahrtausendwende. Zunächst erläutere ich die Wirtschaftssysteme in beiden Ländern.

 

Ziele von Wirtschaftsunternehmen in Deuschland und den Niederlanden

Einführung 

Die Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und den Niederlanden haben aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftssysteme andere Voraussetzungen. Diesbezüglich werden die Ziele der Wirtschaftsunternehmen genauer erläutert. Des Weiteren gilt das ökonomische Prinzip als Grundlage für die Ziele von Wirtschaftsunternehmen.

Um die Jahrtausendwende waren die Niederlande gegenüber Deutschland weit im voraus. Anhand der Ziele der jeweiligen Wirtschaftsunternehmen in den beiden Ländern soll herausgefunden werden, warum die Unternehmen in den Niederlanden einen größeren Erfolg hatten.

Die zentrale Frage ist, wie sich die Wirtschaftssysteme auf die Ziele von Wirtschaftsunternehmen auswirkten. Weiter wird dieser Artikel aufzeigen, wie diese Ziele von Wirtschaftsunternehmen erreicht wurden. 

 

Die Wirtschaftssysteme

„Ein Wirtschaftssystem stellt ein inhalttypisches Wirtschaftsordnungsmodell dar. Bei einem Idealtypus handelt es sich um ein Modell, welches erfahrungswissenschaftlicher Grundlage konstruiert wurde“ (Plank 1994 S. 60). Eine Wirtschaftsordnung ist dagegen tatsächlich realisierbar, wie zum Beispiel die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und der Niederlande. Jedoch gibt es in diesen beiden Staaten unterschiedliche Wirtschaftsordnungen. In Deutschland gilt die „soziale Marktwirtschaft“ und in den Niederlanden das sogenannte „Poldermodell“. Somit sind die Voraussetzungen der Wirtschaftsunternehmen unterschiedlich.

Die soziale Marktwirtschaft

Die soziale Marktwirtschaft wurde im Jahre 1949 unter Ludwig Erhard eingeführt. Das Modell der sozialen Marktwirtschaft wird durch 4 Grundsätze gekennzeichnet.

  1. es gilt die Wettbewebsfreiheit
  2. Staatseingriffe sind an strenge gesetzliche normen gebunden
  3. die Freiheit der Einzelnen wird im Interesse des sozialen Ausgleichs eingeschränkt
  4. der Staat garantiert die Aufrechterhaltung und Sicherung des Wettbewerbs

Die Wirtschaftsverfassung basiert auf dem Grundgesetz. Somit sind einige Artikel grundlegend für die Wirtschaftsverfassung. Zu diesen Artikeln gehört auch das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Recht auf freie Berufswahl, Gewährleistung von Eigentum und das Sozialstaatsprinzip.

Die damalige Situation in Deutschland ist nicht mir der damaligen Situation in den Niederlanden zu vergleichen. Es gingen immer mehr Unternehmen in den Konkurs und die damalige Arbeitslosenzahl lag bei ca. 4 Million (Anm. des Autors Arbeitslosenzahl September 2015 ca. 2,8 Millionen).

Das Poldermodell

Das Poldermodell entstand nicht von heute auf morgen, sondern durchlief viele Regierungsparteien. Der Ausgangspunkt des Poldermodells lag in den Jahren von 1979 bis 1982. In dieser Zeit hat die Wirtschaft der Niederlande den Tiefpunkt erreicht. Als erstes Signal eines neuen gemeinsamen Problem- und Lösungsbewusstseins wird allgemein das „Wassenarer Abkommen zwischen Regierung und Sozialpartner aus dem Jahre 1982 gesehen“ (Quelle Kleinfeld 1998, S. 5).

Folge des Wassenarer Abkommens war eine kontinuierliche Senkung der Arbeitslosigkeit. Im Jahre 1998 betrug diese in den Niederlanden nur noch ca. 5%. Seit 1997 stieg die Anzahl der neu geschaffenen Stellen steig an. Im Jahre betrug die Anzahl der neuen Stellen 120.000, allerdings wurden viele Stellen als Teilzeitstellen geschaffen. Von 1988 bis 1998 waren dies im Schnitt 57% der Stellen. Damit lagen die Niederlande an der Spitze in Europa mit 37,6% Teilzeitbeschäftigten weit über dem europäischen Durchschnitt von 16%.  Die meisten Teilzeitstellen wurden im Dienstleistungssektor geschaffen. Das lag an einer größeren Flexibilität des Arbeitsmarktes gegenüber der Industrie. Die lag ganz im Interesse der arbeitswilligen Frauen, die neben der Kindererziehung eine Teilzeitbeschäftigung nach gingen. Um die Jahrtausendwende gingen somizt ca. 80% aller verheirateter Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Eine weitere Folge war die Senkung der durchschnittlichen Reallöhne. Die Regierung schuf aufgrund dieser Entwicklung ab 1994 durch die Senkung der Steuern  einen gewissen Ausgleich. Langfristig wirkten sich die Massnahmen aus dem Wassenarer Abkommen harmonisierend auf die Beziehungen zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierung aus. Bei den jährlich stattfinden Lohnverhandlungen zogen die Tarifpartner zumeist am gleichen Strang. Seit 1997 wurden zudem Unternehmen finanziell unterstützt, die bereit waren, Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigung zu geben. Zudem wurden einvernehmlich Lohnnebenkosten gesenkt, wie auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wurde durch Sonderzahlungen an die Krankenversicherung abgedeckt.

Teilzeitbeschäftigte wurden hinsichtlich der späteren Rentenansprüche gegenüber Vollzeitbeschäftigen nicht mehr benachteiligt. Sie erhalten indes eine Grundrente als Basisversorgung.

 

Das ökonomische Prinzip

Jeder der bewusst oder unbewusst ein günstige Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag anstrebt, handelt ökonomisch. Wirtschaft ist der Inbegriff aller planvollen menschlichen Tätigkeiten, die unter Beachtung des ökonomischen Prinzips mit dem Zweck erfolgen, der an den Bedürfnissen der Menschen gemessen, bestehende Knappheit der Güter zu verringern.

Das ökonomische Prinzip ist auch unter dem Begriff Rationalprinzip bekannt. Am ökonomischen Prinzip sind die Wirtschaftssubjekte private Haushalte, Unternehmen und der Staat beteiligt, wobei die Unternehmen dabei gerne im Mittelpunkt stehen möchten. Ein Unternehmen will grundsätzlich wirtschaftlich handeln. Für wirtschaftliches Handels gibt es grundlegend zwei Möglichkeiten. Zum einen das Minimalprinzip und zum anderen das Maximalprinzip.

Die beiden klassischen Formulierungen des ökonomischen Prinzips (Minimal- und Maximalprinzip) gelten für eine einfache Betrachtungsweise von Sachverhalten. Im Allgemeinen sind weder Mittel noch Erfolg vorgegeben, sondern sind eher als variabel zu betrachten.  

Das Minimalprinzip

Bei dem Minimalprinzip soll ein gegebener Erfolg mit geringstmöglichem Minimalaufwand erreicht werden. Dieses Prinzip wird bei Wirtschaftsunternehmen nicht angewandt. Es gilt für „Unternehmen“ des Staates. Dazu gehören beispielsweise staatliche Freibäder, Kreisverwaltungen usw.

Die übertragenden Aufgaben sind mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erfüllen. Jedoch soll Sparsamkeit nicht bedeuten, dass immer die billigste Lösung gewählt werden soll. Eine mit geringem Aufwand erstellte Anlage kann sich nach kurzer Zeit als unzureichend erweisen und muss dann mit nochmaligem Aufwand erneuert werden.

Das Maximalprinzip

Bei dem Maximalprinzip soll mit gegebenen Mitteln der größtmögliche Erfolg angestrebt werden. Demnach sollte die Ausgabenpolitik darauf gerichtet sein, mit dem vorhandenen Budget den größtmöglichen Nutzen für die Kunden zu erreichen. Es ist also ständig abzuwägen, welche Investitionsmaßnahmen vorzunehmen sind.

 

Die Ziele von Wirtschaftsunternehmen

Menschen tauschen, um sich Bedürfnisse zu erfüllen. Wie sieht es bei Unternehmen als Ganzes aus? Hat ein Unternehmen auch Bedürfnisse? 

Bedürfnisse vielleicht nicht, aber etwas ähnliches, nämlich Unternehmensziel!

Ohne die Ziele von Wirtschaftsunternehmen wäre unternehmerisches Handeln ziemlich sinnlos, da nur Zielerreichung Nutzen generieren kann. – eben wie bei Bedürfnissen. Generell wird zwischen zwei Unternehmenszielen unterschieden. Es gibt die Formalziele und die Sachziele. Alle Formalziele, werden sich langfristig nur erreichen lassen, wenn das Unternehmen  bedarfsgerechte Leistungen anbieten kann. Bedarfsgerechte Leistungen sind Sachgüter und Dienstleistungen. Nur für solche Güter ist der Nachfrager bereit, den vom Unternehmen berechneten Preis zu bezahlen.

Sachziele

Das Sachziel des Unternehmens ist die Vorgabe für bestimmte Funktionsbereiche. Ein Beispiel wäre die Markenbekanntheit. Dieses Ziel findet man im Bereich Marketing und Werbung. Weitere wichtige Unterziele des Sachzieles sind u. a. die Fertigung bestimmter Produkte, die Fertigung bestimmter Mengen und die Anwendung eines bestimmten Fertigungsverfahrens. Die Sachziele der Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und den Niederlanden unterscheiden sich nicht.

Formalziele

Formalziele stellen allgemeine Handlungsgrundsätze dar, an denen der Unternehmer seine Entscheidungen ausrichtet. Das oberste Unternehmensziel ist die Gewinnerzielung. Dennoch gibt es durchaus noch andere Formalziele.

Das Gewinnstreben wird von anderen Zielen begleitet. Jedoch können diese Ziele zur Gewinnerzielung in Konkurrenz stehen. Wichtige konkurrierende Ziele sind zum einen das Sicherheitsziel, Dieses Ziel kann noch in die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und in die Sicherung der Unternehmensstruktur unterteilt werden. Zum anderen ist das Machtziel ein weiteres konkurrierendes Ziel. Auch das Machtziel kann weiter unterteilt werden. Die Erzielung eines möglichst großen Marktanteils gehört genauso wie die Einflußnahme auf Menschen dazu. Die Einflußnahme auf Menschen kann sich auf Kunden, Verkäufer und Politiker beziehen.  Auch die Sozialität ist ein wichtiges Formalziel eines Unternehmens. Dazu gehören die Sicherung des Arbeitsplatzes sowie das Sorgen für ein gutes Betriebsklima. All diese Ziele müssen bestenfalls so optimiert werden, dass das Unternehmen den höchstmöglichen Gewinn erzielen kann. Nach Kotler ist die Kundenzufriedenheit das wichtigste Ziel eines jeden Unternehmens, so sollte die Priorität auf der Kundenbindung liegen, anstatt auf die Akquise von neuen Kunden.

Die Formalziele sind nicht  nur in Deutschland und den Niederlanden gleich, sondern sollten in jder freien und sozialen Marktwirtschaft gleich sein.

Formalziele in der Kurzübersicht

  1. Gewinnerzielung
  2. Sicherheitsziele
    1. Sicherung der Zahlungsfähigkeit
    2. Sicherung der Unternehmensstruktur
  3. Machtziele
    1. Erreichung eines großen Marktanteils
    2. Einflußnahme auf Menschen
  4.  Sozialität
    1. Sicherung des Arbeitsplatzes
    2. gutes Betriebsklima
  5. Kundenzufriedenheit
    1. Bindung bestehender Kunden

 

Schlussfolgerung

Aufgrund der verschiedenen Wirtschaftssystemen lag der Vorteil klar bei den Niederländern für die Ziele von Wirtschaftsunternehmen. Das Poldermodell ist gegenüber der sozialen Marktwirtschaft besser.  Jedoch war zu überlegen, ob das Poldermodell auch auf Deutschland übertragbar gewesen wäre. 

Als Grundlage für das unternehmerische Handeln von Wirtschaftsunternehmen dient das ökonomische Prinzip. Ein Unternehmen handelt grundsätzlich nach dem Maximalprinzip, sofern es sich nicht um ein Non-Profit-Unternehmen handelt. Demnach streben die Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und den Niederlanden nach dem Maximalprinzip. Die Unternehmen streben nach dem größtmöglichen Gewinn mit gegebenen Mitteln. 

Die Ziele der Wirtschaftsunternehmen sind beiden Ländern gleich. Jedoch haben die Unternehmen in den Niederlanden einen größeren Vorteil durch das vorgegebene Wirtschaftssystem. 

 

Zusammenfassung

Dieser Artikel berichtet über die Wirtschaftssysteme in Deutschland und in den Niederlanden. Die Wirtschaftssystem spielen eine zentrale Rolle zur Erreichung der Ziele von Wirtschaftsunternehmen. In Deutschland spricht man von der sozialen Marktwirtschaft, wogegen in den Niederlanden von dem Poldermodell gesprochen wird. Das ökonomische Prinzip dient als Grundlage für wirtschaftliches Handeln. Dieses Prinzip enthält das Minimalprinzip und das Maximalprinzip. Die jeweiligen Wirtschaftssysteme und das ökonomische Prinzip sind notwendig um die Ziele von Wirtschaftsunternehmen zu erreichen. Grundsätzlich werden die Ziele von Wirtschaftsunternehmen in Sachziele und Formalziele unterschieden.